Grammatikregeln in Quizform (Blog- und Buchtipp)

Man glaubt ja gerne mal, dass man selbst mehr oder weniger korrekt bis druckreif schreibt, wenn es darauf ankommt. Schließlich gibt es da draußen Millionen schreckliche Rechtschreib- und Grammatikfehler, die man selbst niemals machen würde.

Wer etwas mehr Bodenhaftung bekommen möchte, sollte das Sprachpingel-Blog oder den zugehörigen Newsletter lesen: Die Lektorin Juliane Topka stellte jeden Monat einen populären Irrtum oder eine knifflige Frage vor. Im Blog kommen Beispiele aus dem Alltag dazu, zum Beispiel: Gilt die neue Rechtschreibung auch für Straßennamen?

Heißt die Schloßallee neuerdings Schlossallee?

Die Lösung: Nein, wir müssen die Schloßallee nicht umschreiben, so lange es die Gemeinde nicht beschlossen und neue Schilder aufgestellt hat. (Hier eine Ergänzung von mir aus der Welt der Patientenratgeber: Das gilt für Familiennamen erst recht – sie unterliegen sowieso nicht den Regeln der Rechtschreibung. Die Schüßler-Salze können also nicht in „Schüssler-Salze“ umbenannt werden, auch wenn man diese Variante oft liest. Denn diese vereinfachte Form der Homöopathie mit Mineralsalzen ist nach ihrem Erfinder benannt, einem Arzt, der den Namen „Wilhelm Heinrich Schüßler“ trug. Der Kindle-Shop hat übrigens sechserlei Schreibweisen für diese Globuli zur Auswahl: Leerzeichen zwischen „Schüßler“ und „Salze“ sind ebenfalls beliebt, aber falsch.)

Cover Zwei Minuten für die Sprache - besser schreibenZurück zu Juliane Topka – sie hat Lektionen aus ihrem Newsletter ausgewählt und als Quiz veröffentlicht: „Zwei Minuten für die Sprache: Tipps und Tricks, um besser zu schreiben“ heißt das Buch (Amazon-Werbelink). Am Anfang jedes Kapitels stehen mehrere beispielhafte Formulierungen zur Auswahl, sodass die Leserin überlegen darf, welche Sätze oder Schreibweisen korrekt sind. Anschließend erklärt die Autorin die entscheidenden Regeln, und wer danach immer noch Zweifel hat, kann die Lösung im Anhang nachschauen.

Zusammen oder getrennt geschrieben?

Der Unterschied zwischen „scheinbar“ und „anscheinend“ ist noch relativ leicht zu erkennen, die korrekte Verwendung von „da“ und „weil“ ist schon schwieriger. Die neue Rechtschreibung gibt uns einige Rätsel auf, was die Zusammen- oder Getrenntschreibung von Wörtern angeht, auch hier hilft das Buch weiter. Außerdem gibt es nicht nur zu wenig Dativ, wie Bastian Sicks Buchtitel andeutet, sondern manchmal auch zu viel davon. Bei der Satzstellung sind schon mal Fingerspitzengefühl und ein Sinn fürs Praktische gefragt, damit ein Satz nicht nur technisch korrekt ist, sondern auch gut lesbar. Einige Kapitel widmen sich den Satz- und Leerzeichen und dem korrekten Gebrauch des Apostrophs. (Demnach könnte man auch „Schüßler’sche Salze“ schreiben …)

Ich habe das E-Book „Zwei Minuten für die Sprache“ gerne gelesen und bin an manchen Stellen ganz schön ins Grübeln gekommen. Das Buch ist bei Book on Demand erschienen und somit auch in vielen anderen Shops jenseits von Amazon zu haben. Die Taschenbuch-Ausgabe lässt sich mit etwas Hartnäckigkeit auch in der Buchhandlung bestellen.

P. S. Die Frage, ob es „Millionen schreckliche Fehler“ heißt oder man auch „Millionen schrecklicher Fehler“ sagen darf oder gar muss, würde auch gut ins Blog der Autorin passen.

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