Archiv der Kategorie: Amazon KDP

Amazon hat das Internet und E-Books nicht verstanden.

Seit der ersten Veröffentlichung vor rund acht Monaten habe ich mein Ratgeber-E-Book zur Schilddrüsenunterfunktion schon mehrfach aktualisiert. Ich habe vor allem Inhalte vertieft, einige verbaute Satzstellungen verbessert und mittlerweile auch tote Links entfernt. Seit der Version 2.0 enthält das E-Book zwei zusätzliche Kapitel. Ende Oktober rief ich den KDP-Support an und bat darum, alle Käufer des E-Books über die Erweiterungen zu informieren, von dieser Möglichkeit hatte ich irgendwo gelesen. Außerdem reichte ich eine Begründung per Mail nach:

Mein E-Book ist durch das Update auf die Version 2.0 von 247.000 auf 262.000 Zeichen angewachsen, unter anderem weil es zwei zusätzliche Kapitel enthält. Davor gab es diverse kleinere Änderungen und Korrekturen (Version 1.0 bis 1.9).

Heute ging die Benachrichtigung über die Aktualisierung endlich an die Kunden raus. Ich habe die Mail auch erhalten, weil ich mein eigenes E-Book selbst gekauft habe:

wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass für Ihren Kindle-Titel „Schilddrüsen-Unterfunktion Hashimoto und Hormone (…)“ eine aktualisierte Version verfügbar ist.

Sehr schön. Aber danach habe ich ein langes Gesicht gemacht – als Begründung für die Aktualisierung steht da nämlich (ebenfalls optisch per Leerzeile vom Text abgesetzt):
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Martina Gerckes Erfolgsgeschichte ist zuende

Nachdem die Bestseller-Autorin Martina Gercke hier im Blog erwähnt ist, sind einige Ergänzungen fällig: Vor rund zwei Wochen tauchten konkrete Hinweise auf, dass die Autorin etliche Passagen abgeschrieben hatte. Das Branchenmagazin Buchmarkt hat mittlerweile weitere Beispiele veröffentlicht. Eine erste Beschwerde *) hatte es bereits im Juli in einer Amazon-Rezension gegeben: Ist eigentlich niemandem aufgefallen, dass der größte Teil von „Holunderküsschen“ geklaut ist? Sophie Kinsella und Kerstin Gier lassen grüßen.

Mittlerweile sind beide Titel – Holunderküsschen und Champagnerküsschen – nicht mehr lieferbar, weder die Kindle-E-Books auf Amazon noch die gedruckten Holunderküsschen aus dem MVG-Verlag. Da die Autorin anscheinend diverse Passagen aus Büchern übernommen hatte, die in großen Verlagen erschienen sind, beschäftigen sich nun auch die betroffenen Verlagsjuristen mit der Angelegenheit (siehe Buchmarkt-Interview). Im KDP-Forum heißen die beiden Chick-Lit-Titel nun „Kopierküsschen“. Weiterlesen

Buchpreisbindung, Preissenkungen und Verkaufszahlen

E-Book-News.de hat einen juristischen Kommentar aufgestöbert, der besagt, dass die Buchpreisbindung derzeit nicht für Selbstverleger gilt. Im ersten Moment war ich überrascht, und ich würde mich auch nicht darauf verlassen. Doch letzten Endes hat das für mich keine praktischen Konsequenzen: Ich finde es nur fair gegenüber potenziellen Käufern, ein und dasselbe E-Book nicht gleichzeitig zu verschiedenen Preisen anzubieten. Und gelegentliche Preisänderungen sind ja auch erlaubt, wo die schon erwähnte Buchpreisbindung tatsächlich gilt.

Für mich hat sich die Preissenkung meines E-Books übrigens gelohnt – die Verkäufe stiegen von rund 50 auf über 100 im Monat an, sodass ein finanzielles Plus entstanden ist. Das kann ich aber nicht allein auf die Preissenkung zurückführen: Auch das Google-Ranking der Website hat einen gewissen Einfluss, denn ein gutes Ranking beim wichtigsten Suchbegriff bringt mehr Besucher und damit mehr Verkäufe. Meine Website steht fast ständig auf Seite 1 bei Google, mal weiter oben, mal weiter unten. Wir bewegen uns hier dennoch auf bescheidenem Niveau: Im sehr gut gelaufenen Oktober habe ich rund ein E-Book pro Tag über die Website verkauft, die restlichen Kunden landeten anderweitig bei Amazon. E-Books sind eben noch nicht ganz im Mainstream angekommen.